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Die Farblehre beim PferdIn der P.R.E.-Zucht ist die Fuchsfarbe nicht zugelassen. Nachstehend, mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Dr.habil. Ines Butler-Wemken, die für jeden P.R.E.-Züchter wichtige Grundlage: So entstehen die Grundfarben beim Pferd Fuchs, Rappe und Brauner Von Dr. Dr.habil. Ines von Butler-Wemken, Pferde können schwarze und rote Haarfarben in vielen Intensitätsstufen und Mischungen tragen. Erst in den letzten Jahren haben die Haustiergenetiker gezeigt, welche Genorte an der Grundfarbbildung beteiligt sind. In vielen Rassen gibt es auch einfarbig schwarze und rote Pferde. Wie sie entstehen ist weitgehend aufgeklärt. Hinzu kommen Erbanlagen, die nicht nur Mähne und Schweif, sondern auch alle Deckhaarfarben aufhellen können. Drei Genorte sind wichtigAchtzehn verschiedene Genorte für Pferdefarben werden bisher diskutiert. Drei Genorte bestimmen die Ausbildung der Grundfarben, sie werden A-, B- und E-Genort genannt. Am A-Genort kennt man schon mehrere Erbanlagen, die schwarze, dunkelrote bis gelbrote Haare nur auf bestimmte Körperzonen und auf das Langhaar verteilen. Am B-Genort gibt es zwei Gene, die zur Bildung von schwarzem oder braunem Haarpigment führen. Am E-Genort schließlich wird die Intensität des dunklen Pigments reguliert. Es gibt dort ein Gen, das die Bildung dunkler Haare weitgehend verhindert, indem es eine Hormonbildung blockiert. Es können dann nur noch Pferde mit roten Haaren, also Füchse fallen. Ein weiteres Gen am E-Genort hat den umgekehrten Effekt, mit ihm entstehen nur noch einheitlich schwarze Pferde. A-, B- und E-Genort beeinflussen sich also in ihrer Wirkung. Erst vor wenigen Monaten haben französische Wissenschaftler mit den Methoden der Gendiagnose wesentliche Grundlagen für diesen Wechselmechanismus aufgeklärt und bereits einige Gene eindeutig identifiziert. Die Ausbildung eines Grundfarbtyps ergibt sich nun aus den Erbanlagen, die ein Pferd an den Genorten gleichzeitig trägt. Schon mit den bisher bekannten Erbanlagen können vielfältige Kombinationsmöglichkeiten entstehen.
So entsteht der FuchsFüchse tragen eine Erbanlage immer in doppelter Kopie, die eine Ausbildung der schwarzen Haarfarbe weitgehend verhindert. Das Gen befindet sich am E-Genort. Jeder Fuchs hat dort die Genkombination-ee. Mähne und Schweif sind mit dem Deckhaar identisch oder aber bis flachsfarben aufgehellt. Augen und Haut behalten aber dunkles Pigment. Diese Füchse werden untereinander verpaart immer nur Nachkommen in den Fuchsfarben bringen, da sie von beiden Eltern am E-Genort nur das Fuchsgen erhalten. Die Erbanlage kann aber in einfacher Kopie von allen anderen Farbgruppen über viele Generationen verdeckt mitgeführt werden. Treffen solche Träger aufeinander, dann kann ein fuchsfarbenes Fohlen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, ausspalten. Mit einem Gentest lassen sich heute solche verdeckten Fuchsfarbträger eindeutig erkennen. Doch es ist ganz offensichtlich, daß es sehr verschiedene Fuchsfarben gibt. Dies wird auf die Mitwirkung anderer Erbanlagen zurückgeführt. So trägt der Rotfuchs zugleich mindestens ein A-Gen, der Schwarzfuchs hat die zusätzliche Erbanlage Sty, mit der etwas schwarzes Pigment in rotes Deckhaar eingemischt wird. Alle Genkombinationen sind hier noch nicht geklärt. Dies gilt auch für die bevorzugten Langhaaraufhellungen, obgleich der Blondfuchs sogar Zuchtziel beim Haflinger ist. In wenigen Rassen, zum Beispiel beim Quarter Horse und Isländer, gibt es aber auch Pferde, die sehr dunkelrotes Haarpigment ausbilden können. Es entstehen dann schokoladefarbene Typen, auch diese Pferde werden der Fuchsgruppe zugeordnet. So kann eine sehr breite Fuchsfarbvariation entstehen, die wahrscheinlich auf ganz verschiedenen Genkombinationen und Wirkungen beruht. Braunen und rot-gelben Füchsen aber gemeinsam ist, daß sie keine ausschließlich schwarzen Schutzhaare tragen. Untereinander oder miteinander verpaart werden so nur Pferde ohne schwarzes Schutzhaar, also nach unserer Definition nur Füchse, fallen. Zwei Wege könnten zum Rappen führenRappen haben ausschließlich schwarzes Deck- und Langhaar. Sie tragen eine a-Erbanlage am A-Genort immer in doppelter Kopie, nur dann wird die schwarze Farbe über den ganzen Körper verteilt. Verpaart man Rappen untereinander, dann können Rappfohlen und Fuchsfohlen fallen. Füchse werden dann entstehen (mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent), wenn beide Rappeltern das Fuchsgen-e in einfacher Kopie verdeckt tragen. Dies läßt sich heute vor einer Verpaarung testen. Es gibt aber Rappen, die untereinander nur noch Rappfohlen bringen. Solche Pferde haben die Genkombination aaBBEE, sie finden sich in ausschließlich schwarzen Rassen. Auch diese Genkombination läßt sich heute eindeutig vor einer Verpaarung lesten. Aber auch beim Rappen gibt es verschiedene Typen. Das schwarze Deckhaar ist im Vergleich zum Langhaar meist heller, die Fohlen werden mausgrau geboren. Der Haustiergenetiker Castle hat nun aber schon vor 80 Jahren aufgezeigt, daß es wahrscheinlich noch einen anderen Erbgang zum Rappen gibt. Am E-Genort soll sich das ED-Gen mit dominanter Wirkung befinden, das bei seinen Trägern, unabhängig von A-Genort, zum tiefschwarzen Glanzrappen führt. Die Fohlen werden bereits mit schwarzem Deckhaar geboren. Ganz charakteristisch ist, daß die seltene Rappfarbe in der Sonne nicht verblaßt. Trägt ein Pferd das ED-Gen in doppelter Kopie, so wird es in Verpaarung mit allen anderen Grundfarben nur noch Rappfohlen haben. Molekulargenetische Analysen in verschiedenen Pferderassen haben das ED-Gen aber bisher noch nicht bestätigt. Braune haben VerteilungsgeneAm A-Genort sind weitere Erbanlagen bekannt, die zu einer charakteristischen Verteilung schwarzer, gelber und roter Haare nur auf bestimmte Körperzonen des Pferdes führen. Allen Pferden gemeinsam ist, daß sie schwarzes Schutzhaar tragen. Meist wird diese Farbgruppe mit den Untergruppen Schwarzbraun, Dunkelbraun, Braun und Hellbraun geführt. Im Deckhaar der Braunen ist rotes mit schwarzem Haar vermischt, es findet sich aber auch ausschließlich schwarzes oder fast nur rotes Haar in verschiedener Intensität. Die Haustiergenetiker haben bisher gezeigt, daß es mindestens vier verschiedene Erbanlagen für die Braunschattierungen gibt. So zeigt sich die Erbanlage beim Rotbraunen oder Hellbraunen, der nur noch rote Deckhaare tragen kann, dominant über andere Brauntypen. Beim Schwarzbraunen dagegen finden sich oft nur noch wenig rote Haare im Kopfbereich und an den Flanken. Er trägt das at-Gen in doppelter Kopie, das sich relativ häufig auch in unseren Warmblutrassen findet. Manche Schwarzbraune aber sind auch Rappen, die eine zusätzliche Erbanlage (P) zum Kupfermaul tragen. Auch beim Braunen hat man bisher nur wenige Genkombinationen eindeutig aufgeklärt. Nur exakte Aufzeichnungen bringen KlarheitSo wird deutlich, daß sich innerhalb der Grundfarbgruppen genetisch sehr verschiedene Typen befinden können. Meist werden die allgemeinen Erfahrungen unserer Pferdezüchter aber nach wie vor bestätigt, daß Füchse untereinander verpaart immer nur Füchse, und Rappen untereinander verpaart nur Rappen und Füchse bringen können. Ob sie die Fuchsfarbinformation verdeckt tragen läßt sich eindeutig testen. Alle Grundfarben aber können fallen, wenn Braune mit Braunen, Füchse mit Braunen oder Rappen mit Füchsen verpaart werden. Doch auch hier ist jetzt möglich, den Zufall einzuschränken, so kann man heute vor einer Verpaarung testen, ob Füchse oder Braune die Erbinformation zum Rappen verdeckt tragen. Es lassen sich also bereits bewußt ausschließlich braune oder schwarze Fohlen züchten. Mit dominant dunkel werden bei uns Braune und Rappen bezeichnet, die das E-Gen in doppelter Kopie führen. Aus solchen Trägern können in Verbindung mit allen Farben keine Füchse fallen.
So funktioniert der FuchsfarbtestAm Tierzuchtinstitut der Universität Uppsala wurde 1996 die Lage des Rotfaktors im Erbgut des Pferdes bestimmt und der zu Grunde liegende Informationsgehalt analysiert. So war es möglich, einen Gentest aufzubauen, der direkt für die praktische Zuchtarbeit genutzt werden kann. Der Test kann heute bei jedem Pferd nachweisen, ob es die Information zum Rotfaktor in doppelter Kopie (= fuchsfarbenes Pferd), in einfacher Kopie (= verdeckter Träger der Fuchsfarbinformation) oder überhaupt nicht trägt (= Nichtträger der Fuchsfarbinformation). Der Test wird heute in Deutschland von vielen vet. med. und molekularbiologischen Intituten für ca. 60 Euro angeboten. Zuchtpferde, die den Rotfaktor nicht tragen, sollten in Verpaarung mit allen anderen Farben und auch mit dem Fuchs keine fuchsfarbenen Nachkommen bringen. Hier reicht es bereits aus, wenn nur ein Elternteil das Fuchsgen nicht hat. Pferde in den Fuchsfarben tragen eine Erbanlage immer in doppelter Kopie, die eine Ausbildung schwarzer Haare weitgehend verhindert und auch die Wirkung anderer Farbgenorte weitgehend ausschaltet. Mähne und Schweif sind mit dem Deckhaar identisch oder aber bis flachsfarben aufgehellt. Augen und Haut behalten dunkles Pigment. Füchse können nur fallen, wenn sie von beiden Eltern jeweils eine Fuchsfarbgeninformation erhalten, die Erbinformation also in doppelter Ausführung tragen. Untereinander verpaart werden Füchse immer nur Nachkommen in den Fuchsfarben bringen, da die Fuchseltern nur die Erbinformation zur Fuchsfarbe weitergeben können. Die Erbanlage kann aber in einfacher Kopie von allen anderen Farbtypen, auch Schimmeln, Falben und anderen Aufhellungen verdeckt, also äußerlich unerkannt über viele Generationen mitgeführt werden. Treffen zwei solche Träger aufeinander, dann kann ein fuchsfarbenes Fohlen zum Beispiel aus der Verpaarung zweier Rappen ausspalten. Mindestens 40 Fohlen, ausschließlich Rappen und Braune, müßten dunkle Zuchthengste aus Anpaarungen an Stuten aller Grundfarbtypen bringen, damit man sie über die Nachkommenschaftsprügung dann relativ sicher als Nichtträger des Rotfaktors erkennen kann. Die Arbeiten aus Schweden machen es nun aber möglich, alle Pferde schon weit vor ihrem Zuchteinsatz eindeutig als Träger oder als Nichtträger des Rotfaktors aufzudecken. Untersuchungsmaterial kann aus kernhaltigen Zellen, beim Pferd schon aus wenigen Haarwurzeln von Mähne oder Schweif gewonnen werden. So wird es mögliche Paaarungsergebnisse für die Fuchsfarbe eindeutiger voraus zu sagen, aber auch zweifelhafte Farbeingruppierungen zum Fuchs aufzuklären. Testlabor in Bayern für Pferdefarben: © Ines von Butler-Wemken Andalusier.tv bedankt sich für die Zurverfügungstellung dieses
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