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Die Region "Andalusien"

Kultur, Folklore und wunderschöne Landschaften - nicht nur an der Küste - bestimmen diese einzigartige Region Spaniens

Genau hier muss das Paradis liegen. Warum denn sonst blieben die Fischer der Phönizier an der Costa del Sol. Auch die Römer schickten jahrhundertelang ihre besten Wein- und Getreidebauern nach Andalucía, wie sie die Region nannten. Über sieben Jahrhunderte lang lebten Moslems oder "moros", wie sie von den Spaniern genannt wurden in Frieden mit Christen und Juden zusammen und schufen sich ihr Paradis. Prächtige Moscheen in Córdoba, einmalige Burgen, wie die Alhambra in Granada und zahlreiche märchenhafte Kirchenpaläste wie die Giralda neben der Kathedrale von Sevilla sind dieser Zeit entsprungen.

1492, zur Zeit als Cristóbal Colón (Christoph Kolumbus) von Huelva aus mit seinem Schiff "Santa María" zur Entdeckung Amerikas aufbrach, wurde Spanien von einem katholischen König regiert. Aber gerade die Mischung aus maurischer, jüdischer und christlicher Kultur hat den Städten und Dörfern Andalusiens ihre architektonische vielfalt gegeben, welche heute in ganz Europa einzigartig ist.

Andalusien hat nicht nur schöne mittelalterliche Städte. Hier im Süden Spaniens gibt es auch eine erstaunliche landschaftliche Vielfalt, in der Berge, Wälder, prächtige Strände und sogar Wüste (bei Almería) vorkommt.

Von Norden, aus Richtung Madrid erstrecken sich von Jaén und Bailén bis hin nach Granada schier unendliche, tief grüne Olivenhaine - die grösste Olivenlandschaft der Welt mit ihren knorrigen, braunen Olivenbäumen. Zwischen Jerez de la Frontera, Sanlúcar und Huelva dagegen ziehen sich die sandigen, hellen Weinberge hin, welche immer noch, ebenso wie die Olivenhaine im Besitz einiger hundert Señoritos sind. Hier schlägt das Herz Andalusiens. Von hier kommt das Getränk, das schon Napoleon, Churchill und Hemingway in den grossen Bodegas (Weinkathedralen) genossen, der Sherry.

Andalusien ist mit ca. 88000 km2 und rund sieben Millionen Einwohnern ein grosses, weites Land mit den höchsten verschneiten Bergen Spaniens, der Sierra Nevada. Das Landesinnere ist eher dünn besiedelt, zwischen Cádiz und Sevilla erstrecken sich die grünbraunen Weiden auf denen schwarze Kampfstiere gezüchtet werden. Im Coto de Doñana, zwischen Huelva und Sevilla, befindet sich auch das grösste, moorige Naturschutzgebiet Europas. Hier leben u. a. noch Kraniche, Wölfe und afrikanische Geier.

Die Vegetation in dieser Region ist beinahe tropisch. Zuckerrohr, Bananen und Getreide gedeihen hier gut und in den künstlich bewässerten Ebenen von andal_04.gif (24424 Byte)Almería bis Nerja wachsen Avocadobäume und sogar Dattelpalmen. Johannisbrotbäume, Korkeichen, Myrtenbüsche und Feigenplantagen kann man in den gebirgigen Landstrichen von Ronda bewundern.

Durch die am Felsmassiv hängenden, weissen Häuser ist Ronda das wohl bekannteste "weisse Städtchen" Spaniens. Diese "Weissen Dörfer" sind eines der Markenzeichen Andalusiens. Die eher arme Landbevölkerung baute ihre Häuser mit dicken Mauern aus Lehm und Stein. Um diese haltbar zu machen, mussten die Wände mehrmals jährlich mit einer Farbe aus Naturkalk gestrichen werden. Diese von den Spaniern "pueblos blancos" genannten Häuser sind eine Zierde zwischen Cádiz und Granada.

Hier, wo wirklich die Zitronen blühen werden alle Sinne angesprochen. Ausserhalb der Dörfer duftet es nach Thymian oder Rosmarien und selbst erschöpfte Augen beginnen zu leuchten, wenn sie Granada, eine Stadt mit Architektur wie aus 1001 Nacht, vor den weissen Bergen im Abendlicht sehen.

"Luz" bedeutet Licht und Licht und Sonne sind auch die beiden Herrscher an der über 800 km langen Küste Andalusiens.

Durchschnittstemperaturen von 23 Grad Celsius im Sommer und 13 Grad Celsius im Winter sowie 326 Sonnentage im Jahr locken besonders Urlauber aus Mittel- und Nordeuropa in diese autonom regierte Region mit ihren acht Provinzen Huelva, Sevilla, Córdoba, Jaén, Almería, Granada, Málaga und Cádiz. Ab Mai beträgt die Wassertemperatur des Mittelmeers ca. 19 Grad Celsius, der Atlantik an der Costa de la Luz ist immer ein bis zwei Grad kälter, wärmt sich aber in den Sommermonaten auf bis zu 24 Grad Celsius auf.

 

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