Allgemeines zur Zucht mit P. R. E.
Pura Raza Española, bei uns Andalusier genannt, sind die älteste vom Menschen gezüchtete Edelpferderasse Europas. Der P.R.E. zeichnet sich besonders durch seine auffällige barocke Erscheinung, dem kräftigen, hoch angesetzten Hals, dem eher kurzen Rücken, der tiefen, breiten Brust und der starken, gut bemuskelten Hinterhand aus. Hauptfarben sind Schimmel, es gibt auch Braune und Rappen, Füchse werden erst seit ein paar Jahren zugelassen.
Das Stockmaß liegt etwa bei 155 cm bis 162 cm. Die Pferde haben eine hohe Knieaktion, was bei Lektionen wie Passage und Piaffe besonders spektakulär aussieht. Die ausgezeichnete Eignung für Versammlung ist durch diesen Körperbau vorgegeben und läßt viele Lektionen besonders leicht erscheinen.
Vor allen anderen Rassen zeichnet sich der P.R.E. durch seine menschenbezogene Sanftheit und Umgänglichkeit aus. Diese hervorstechende Charaktereigenschaft ist das Zuchtresultat aus jahrhundertelanger Selektion.
Andalusier waren das Sinnbild von Stolz und Reichtum und daher in früheren Zeiten die Pferde des Adels und der Könige. P.R.E. haben bei der Entstehung der meisten Pferderassen Europas eine bedeutende Rolle gespielt, so z.B. beim Lippizzaner, Friesen, Holsteiner, Oldenburger, Noriker usw.
Pura Raza Española werden, außer im Ursprungsland Spanien, in vielen Ländern gezüchtet, so auch seit gut 20 Jahren in Deutschland und Österreich.
Aufgrund der noch sehr wenigen und auch weit verteilten Gestüte in Deutschland ist der notwendige züchterische Austausch relativ schwierig, vor allem, da beim P.R.E. nur der Natursprung erlaubt ist.
Die gut 3 Dutzend Gestüte decken überwiegend nur mit eigenen Hengsten die eigenen Stuten und haben mit anderen Züchtern in dieser Hinsicht zu wenig Kontakt. Hier sollte man schon vorausschauender denken und ein größeres Augenmerk auf die Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Eignung im eigentlichen Verwendungsbereich des P.R.E. , dem Dressurreiten haben, auch wenn ein passender Hengst im Besitz eines anderen Halters ist.
Zuchtchampionate, auf denen erwachsene Hengste nicht unter dem Reiter vorgestellt werden, haben diesen Namen nicht verdient. Die hiesigen Züchter sollten sich mehr am Ursprungsland Spanien orientieren. Nicht umsonst haben in der modernen Warmblutzucht große Dressurvererber, wie beispielsweise „Donnerhall“, ihre Leistungsfähigkeit immer wieder unter Beweis gestellt.
Um P.R.E. zu züchten und diese auch zu beurteilen, ist es unerläßlich, die Prinzipien der Dressurausbildung selbst zu verstehen und diese schon einmal auf einem Pferd umgesetzt zu haben. Züchter sollten hier gute Reiter und Ausbilder viel mehr zu Rate ziehen. Übergroße Pferde haben oft Bewegungs- und Balanceprobleme, Farbe allein ist kein Zuchtziel.
Auf den nachfolgenden Seiten stellen wir Ihnen einige in der Dressur hoch bewährte Deckhengste vor.